Welcome & Goodbye

2021

Moin! sagt man im Norden.
Daach! sagt man im Osten.
Servus! sagt man im Süden.
Hallo! sagt man im Westen.

Egal, wo Du herkommst, ich möchte Dich herzlich Willkommen heißen auf meinem Blog. Es freut mich sehr, dass du den weiten digitalen Weg auf Dich genommen hast, um mich und meine Gedanken, Gefühle oder Kreativität zu entdecken.
Ich habe diesen Blog erstellt, um meine kreativen Impulse den nötigen Filter bzw. Kanal zu geben. Meine Identität möchte ich soweit wie möglich anonym behandeln. Ich bin nicht bei Instagram oder Facebook vertreten, weil Du mich ja auch hier finden kannst.
Mein Ziel ist es täglich etwas zu texten, dichten oder etwas künstlerisch darzustellen.
Ich wünsche mir, dass Du meine Arbeit hier respektierst und meine Urheberrechte nicht verletzt. Sollte Dir ein Text gefallen, dann kannst Du mich gerne fragen, ob Du diesen rebloggen, teilen oder anderweitig verwenden darfst. Vielleicht hast Du gerade auch ein Projekt im Sinne und es ergibt sich eine Zusammenarbeit.
Für weitere Fragen oder Anregungen stehe ich gerne in den Kommentaren zur Verfügung oder unter folgender E-Mail-Adresse: dineros@gmx.net

#Welcome

Herzlich Willkommen! Schau Dich gerne um. Du findest oben in den einzelnen Kategorien meine Texte oder Bilder. Je nachdem wonach du Dich sehnst, ist dort etwas für Dich. Andernfalls wirst Du unter diesem Beitrag immer den neusten Inhalt auf meiner Seite finden. Ich wünsche Dir ganz viel Spaß, schöne Gedanken und eine tolle Zeit auf meiner Seite.
Lass gerne ein Kommentar da und ich werde versuchen, schnellstmöglich Dir zu antworten.

#Goodbye

Du willst schon gehen? Ich will Dich nicht aufhalten. Hoffentlich hast Du etwas mitnehmen können, dann habe ich mein Ziel erreicht. Egal ob positiv oder negativ. Genieß die Zeit, bleib gesund und hab Freude am Leben.
Vielleicht kommst Du bald wieder und dann heiße ich Dich wieder herzlich willkommen mit neuen Ideen aus meinen Kopf.

Schöne Reisen haben ihren Ursprung und ihr Ende.
Der Kreislauf beinhaltet beides.

Dineros

Imagine

Songs

Imagine there’s no heaven
It’s easy if you try
No hell below us
Above us only sky
Imagine all the people living for today

Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion too
Imagine all the people living life in peace

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope some day you’ll join us
And the world will be as one

Imagine no possessions
I wonder if you can
No need for greed or hunger
A brotherhood of man
Imagine all the people sharing all the world

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope some day you’ll join us
And the world will be as one

Burnout

Poetry

Die Kraft hat mich verlassen.
Das Feuer im Kamin ist erloschen.
Jeden Morgen steh ich auf für ein paar Groschen.
Ich habe mich verloren und bin nicht mehr geborgen.
Job, Geld und Frau sind vorhanden.
Das Glück und die Liebe können nicht mehr landen.
Die Sonne scheint vor mir her.
Dem Regen laufe ich zurzeit lieber hinterher.
Der Tag ist genau, wie der vorher.

Wo war doch gleich das Wochenende?
Der Genuss von Freiheit ist nicht zu fühlen.
Meine Gedanken sind dabei mich aufzuwühlen.
Die Freunde können mich nicht mit ihrer Gesellschaft aufkühlen.
Es ist kalt in mir und warm vor mir.
Der Weg hier raus ist zu weit.
Egal ob allein oder zu zweit.
Meine Zeit ist geprägt von Kraftlosigkeit.

Ich sehe Licht am Ende der Achterbahn.
Die Strecke zur Arbeit sollte ich sachter fahrn.
Die Fahrt ist hoffentlich bald vorbei.
Ist da nicht noch mehr als Arbeit und Kapital?
Ich vermisse meine Heimat in Wuppertal.
Freunde und Familie warten dort auf mich.
Erfolg und Erlebnisse nicht nur für sich.
Ich will mein Leben wieder zurück.
Hoffentlich werde ich wieder gedrückt.
Weg mit dem Ballast und Stress.
Rein in die Liebe und das Glück!

Foto: instahelp.me

Cut Poesie #10

Zitate

Die Grenze ist keine Mauer, sondern nur eine Vorstellung.

Dineros

Das Blatt fällt erst dann vom Baum, wenn die Kraft fehlt.
Das Blatt wächst erneut, wenn der Baum die Kraft wieder empfängt.

Dineros

Ein Atemzug genügt, um zu wissen, dass man in die falsche Richtung läuft.
Eine ganze Lunge genügt, um der falschen Richtung einen Sinn zu geben.

Dineros

Killer Queen

Texte

Anlehnend an den Schreibwettbewerb von www.blogq5.de zum Thema Streit, Punkt.

<<Punkt.Punkt.Komma.Klar!>> war der letzte Satz der durch den Raum schallte, ehe die Tür zuknallte. Es war schon wieder soweit. Ich bin alleine und Lena hat sich wieder aus dem Staub gemacht. Ich stelle mir wieder die Frage, wie das so weiter gehen soll und was sie sich dabei denkt unsere Beziehung aufs Spiel zu setzen. Mit meinen Fragen und schlechten Gefühlen bin ich gerade alleine, genauso wie Lena, vermutlich gerade auf dem Weg zu ihrer Mutter. Die Tränen wurden immer mehr, nachdem ich den Stuhl im Wintergarten weg stoß und ihr vor den Kopf stieß: <<Du hast unser Familienkonto geplündert und wir haben gerade mal Anfang des Monats.>>  

Lena ist 32, genauso wie ich und sie leidet unter einer Spielsucht. Ich habe sie vor zwölf Jahren in der Kneipe kennengelernt, wo sie mir das erste Mal verrucht Rauch ins Gesicht pustete und mir sofort klar war: Diese Frau wird mich begleiten und mir das Glück ins Leben bringen.  An diesem Abend war sie so charmant gutaussehend und zur Krönung liebte sie die Musik aus den 70/80er. Der Spielautomat vor der Toilette interessierte sie an diesem Abend nicht, genauso wie allen anderen Abenden, an denen wir zusammen losgingen. Wir redeten bis morgens um 5 über Gott, die Welt und Jimi Hendrix-Anekdoten. Sie empfand dieselbe Sympathie und die Anziehung zueinander teilten wir uns gleichermaßen. Seit diesem Tag, gab es keinen Tag, wo wir nicht zusammen waren oder uns nicht gehört haben. Wir haben alle Höhen und Tiefen zusammen durchgemacht.  Ihre Spielsucht kam immer mal wieder ans Tageslicht.  Aber nie so stark, dass sie oder wir in ein Tief fielen. Ich liebe diese Frau abgöttisch und würde alles für sie tun. Ihre Spielsucht war mir nicht so ein Dorn im Auge, da ich diese gerne übersah. <<Einen Therapeuten brauche ich nicht. So schlimm ist das nicht.>>. Das war öfter ihre Aussage und mit der gab ich mich auch immer zufrieden. Außerdem hatte sie einen gutbezahlten Job und hat bisher alles geregelt bekommen. 
So kam es vor fünf Jahren, kurz nachdem wir in unser gemeinsames Haus eingezogen sind zu dem ersten Rückschlag in unserer zwölfjährigen Beziehung. Wir hatten ein Familienkonto bei einem Freund von mir in der Sparkasse angelegt. Wir beide verpflichteten uns 30% unseres Gehalts dort einzuzahlen.
Das Konto diente als Haushaltskasse, Rechnungsbegleichung und Urlaubskasse. Lena und ich hatten damals beide Zugriffe auf das Konto und jeder hatte seine eigene EC-Karte. Fünf Monate waren vergangen und die letzten Renovierungen waren kurz vor dem Abschluss. Ich musste an einem Samstag im Baumarkt noch Tapeten und Kleister nachkaufen. Als ich an der Kasse stand und mit der Ec-Karte bezahlen wollte, stand auf dem Display <<Zahlen nicht möglich.>> Ich war irritiert, denn schließlich war es Anfang des Monats und es sollte mehr als genug Geld auf dem Konto sein. Der Scham nicht zahlungsfähig zu sein, spürte die Kassiererin mir gegenüber auch. Zum Glück hatte ich noch das nötige Bargeld im Portemonnaie. Das mulmige Gefühl auf dem Weg zum Auto ließ mich nicht los und ich fuhr zur nächsten Sparkassen-Filiale. Die Fahrt kam mir endlos vor und meine Gedanken kreisten rund um das Geld. In der Sparkassenfiliale angekommen steuerte ich zum Kontoauszüge-Automaten. Die Maschine spuckte mir dann die Blätter aus.  
Ich war geschockt. In den letzten 3 Tagen sind knapp 1200€ abgebucht worden. Schnurstracks machte ich mich auf dem Weg nach Hause und stellte Lena zur Rede. An der Tür vollgepackt angekommen, öffnete sie mir die Tür. <<Wo ist das Geld, Lena? Ich wollte eben bezahlen und das Konto ist leergeräumt!>>, fragte ich sie mit einem bösen Gesichtsausdruck. Lena guckte mich zunächst verduzt an: <<Wie da ist kein Geld mehr drauf? Wir zahlen da doch genug Geld immer ein?>> Die Buchhaltung habe ich immer übernommen und Lena hatte keinen genauen Überblick, wie viel Geld auf dem Konto ist. <<Lena, das Konto ist leer. Ich denk mir das doch nicht aus. Hier sind die Kontoauszüge. Was zum Teufel ist Svennson Ltd.?>>, fragte ich erzürnt.  Langsam realisierte Lena, dass sie ihr Geheimnis nicht mehr für sich behalten kann. Sie wurde immer ruhiger und es quillte in ihr auf. Wir setzen uns in den Wintergarten. <<Schatz? Ich habe scheiße gebaut!>>, stotterte Lena. <<Was Lena. Was? Das ganze Geld ist weg. Ich weiß nicht mal, wie wir jetzt über den Monat kommen sollen!>>, brüllte ich. Lena fing an zu weinen, aber ich dachte nicht mal dran sie jetzt in den Arm zu nehmen. Ich war voller Adrenalin und wollte Antworten. <<Iccch. Iccch bin krannk. Ich habe im Online-Casino das Geld verloren.>>, seufzte sie mir ins Gesicht.
<<Nicht schon wieder. Ich kann es nicht glauben. Du hast mir damals versprochen, dass wenn wir zusammenziehen, damit Schluss ist!>> Ich war innerlich genauso aufgebracht, wie Lena. Allerdings war es bei mir die Wut und bei ihr die Verzweiflung. Es folgten weitere Vorwürfe von mir und meine Impulsivität konnte ich nicht zurückhalten. Der Stuhl musste herhalten und Lena verließ weinend das Haus. An diesem Tag wollte ich sie nicht mehr um mich haben und mich auch nicht mehr bei ihr melden. Ich überlegte, wie ich jetzt an Geld kommen könnte und mir fiel akut nur mein Bruder Mark ein. Dieser überwies mir anschließend erstmal 400€ zur Überbrückung. Der Abend, sowie die Nacht waren die Hölle für mich. Ich konnte es einfach nicht begreifen und verstehen, wie sie das tun konnte. Gleichzeitig hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass ich vielleicht zu hart mit ihr umgegangen war. Am nächsten Tag hatte ich morgens gleich eine Nachricht auf meinem Smartphone: <<Es tut mir so verdammt leid! Ich weiß auch nicht was mit mir passiert ist. Ich wollte das alles nicht. Es tut mir so leid! Ich liebe Dich!>> Absender: Lena Maus.
Ich brauchte erstmal einen Kaffee und eine Zigarette, bevor ich mich ihrer Nachricht widmete. Aufgewühlt schrieb ihr folgende Nachricht: <<Lena, das geht so nicht. Wie sollen wir die Hypothek bezahlen, wenn du das Geld verzockst. Ich frage mich, was wir jetzt machen und ich hoffe du hast eine Lösung. Komm bitte her und wir reden. Ich liebe Dich!>> Ich war immer noch wütend, aber gleichzeitig ließ sich meine Liebe mit Mitleid bestücken.  Ein paar Stunden vergingen und es klingelte an der Tür. Lena. Ich nahm sie in den Arm und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Als ich sie sah, übernahm die Liebe die Oberhand und meine Wut verblasste. Wir setzten uns diesmal nicht in den Wintergarten, sondern ins Wohnzimmer.
Ich hielt ihre Hand während des Gespräches und sie fing an zu reden: <<Miro, es tut mir so unendlich leid. Ich hätte nie gedacht, dass mich diese Sucht so stark einholt. Ich habe dich betrogen und es tut mir aufrichtig leid! Ich möchte jetzt eine Therapie machen. Ich mache morgen einen Termin bei der Suchtberatung.>> 
Ich musste das erstmal sacken lassen. Meine Frau, so krank, dass sie in Therapie muss. Aber es führt kein anderer Weg daran vorbei. <<Schatz, das ist absolut nicht schön! Das Geld ist weg und ich fühle mich verletzt. Eine Therapie halte ich jetzt endlich auch mal für notwendig. Ich hoffe, dass ist dir klar geworden. Du bist echt meine Killer-Queen. Ich liebe dich, aber du bringst mich auch zum Wahnsinn!>> erläuterte ich meine Gedanken. 
Nachdem wir uns ausgesprochen haben, führten wir noch Gespräche darüber, wie wir dieses finanzielle Loch nun stopfen können. Lena erklärte sich bereit, dass Geld an meinen Bruder in Raten zurückzuzahlen und die EC-Karte für das Familienkonto abzugeben. Als Schutz vor sich und als Schutz unserer Liebe. 

Foto: www.blogq5.de

Wachkoma

Poetry

Ich bin wach nach dem Schlaf.
Ich bin müde vor dem Schlaf.

Ich bin wach vom Input.
Ich bin müde vom Output.

Ich bin wach vom Essen.
Ich bin müde beim Essen.

Ich bin wach von Musik.
Ich bin müde von Geräuschen.

Ich bin wach mit Menschen.
Ich bin müde ohne Menschen.

Ich bin wach in der Natur.
Ich bin müde von der Umwelt.

Ich bin wach als Autofahrer.
Ich bin müde als Beifahrer.

Ich bin wach vom Rauchen.
Ich bin müde im Rauch.

Ich bin wach vor dem Sex.
Ich bin müde nach dem Sex.

Ich bin wach in der Diskothek.
Ich bin müde nach der Diskothek.

Ich bin wach beim Sport.
Ich bin müde nach dem Sport.

Ich bin wach von guten Nachrichten.
Ich bin müde von schlechten Nachrichten.

Ich bin wach vom Leben.
Ich bin müde vom Überleben.

Ich bin wach für das Glück.
Ich bin müde vom Glücksspiel.

Ich bin wach vom Dopamin.
Ich bin müde vom Serotonin.

Ich bin wach vom Erfolg.
Ich bin müde vom Geld.

Ich bin wach von Spontanität.
Ich bin müde vom Alltag.

Ich bin wach vom Stress.
Ich bin müde von Entspannung.

Ich bin Ich, egal ob wach oder müde.

Foto: Fotocommunity.de

Isolation

Texte

Der Raum ist leer. Es befindet sich nur ein Bett mit Anschnallfunktion im Mittelpunkt. Die Wände sind kahl und weiß. Das Radio ist vergilbt und könnte jederzeit von der Wand fallen. Eine Wand hat ein großes Fenster mit einer kleinen Fensterbank. Zwei Eingänge führen hinein, aber für mich nur einer hinaus. Der andere Eingang wird nur von den Helfern genutzt. Sie bringen Trinken, was zu Essen oder mal eine Zigarette. In diesem Raum befindet sich noch ein Zimmer voller hygienischer Idylle. Die Toilette hat keinen Deckel und ist komplett aus Aluminium, ebenso das Waschbecken. Der Spiegel ist aus Plastik und die Duschvorrichtung hat keinen Vorhang, nur einen defekten Schalter. Selbst das Wasser läuft unrhythmisch aus der Düse.
Diese Bühne war mein zu Hause. Hier wurde ich hingebracht, weil ich die Welt nicht verstand. Ich habe mich falsch verhalten und Äußerungen von mir gegeben, die keinen Sinn ergaben. Für mich aber schon. Nun liege ich hier im Mittelpunkt und bin fixiert. Genau das, was ich immer wollte. Im Mittelpunkt stehen und die Aufmerksamkeit genießen. Zwar wollte ich im Mittelpunkt stehen, aber liegen ist auch akzeptabel. Die Gurte sind ziemlich festgeschnallt und lassen kaum Bewegungsfreiraum zu. Ich schaue aus dem Fenster und es ist ein regnerischer Tag. Gegenüber befindet sich die Kinder-Psychiatrie. Ich habe dieses Gefühl, dass es mir hier besser geht, als den Kindern da drüben. Es tut mir leid, dass Sie nicht Kind sein können, sondern in die Kindheit für viele nicht mehr passen. Ich fühle mich unwohl und meine Gedanken rasen. Die Medikation über den Tag: Lithium, Seroquel, Abilify, Fluanxol, Tavor und Atosil. Ein Teil davon schmeckt mir, den anderen Teil parke ich gekonnt unter meiner Zunge und später unter dem Kopfkissen. An dem Tag wo sie mein Geheimnis herausfinden, könnte mich wieder eine Haldol-Spritze erwarten. Ich widersetze mich gerne und propagiere eine andere Moral der Behandlung. Ich bin schließlich auch angekettet und komm mir vor wie ein Löwe im Zoo. Ich wollte nach dem Tod meines Vaters etwas mit den Substanzen spielen. Leider wollten sie nicht nur mit mir spielen, sondern auch mich komplett durcheinander bringen. Manchmal weiß ich selber nicht, was ich hier gerade sage und habe keinen Bezug zu Raum und Zeit. Ich warte auf meine Mahlzeiten, schaue aus dem Fenster und höre NDR den ganzen Tag. Neben dem Radio sind drei Zigaretten mein Elixier der Glückseligkeit. Das Essen hilft um die Medikation zu verdauen und den Organismus am Leben zu erhalten. Ich fühle mich hier nicht verloren oder am falschen Platz. Viel mehr ist es ein Umweg den ich gegangen bin und ein Ort um zu pausieren. Ich spüre eine Energie in mir, die ist unmenschlich und eher animalisch. Der Drang nach Verwirklichung der Fantasie treibt mich an, jeden Gedanken und jede Erinnerung zu hegen und zu pflegen. Ich verspreche mir noch viel von meiner Zukunft und kann sie kaum abwarten. Da geht auch schon die Tür auf und bringt mich aus der Fassung meiner Faszination. Der Helfer kommt rein und erzählt, dass wenn ich mich weiter benehme eine Zigarette erhalte. Wie schön. Eine Belohnung für meine Artigkeit. Ich muss mich zusammenreißen, um keinen impulsiven verbal Ausbruch zu erleben. Weder der Helfer noch ich haben das verdient. Die Angst vor einer erneuten Spritze lassen meine Wut , meine Verzweiflung und meine Trauer weiter in mir. Dieses Erziehungscamp für das Gehirn habe ich zur Zeit nötig. Ich brauche noch Zeit und Regeneration, um alles zu verarbeiten, zu verstehen und dafür zu danken. Diese Isolation vom Leben ist sehr hart und schwer zu bewältigen. Ich muss nur 7 Tage hier verbringen von möglichen 36500. Leider blieb es nicht nur bei diesen sieben Tagen. Der Rahmen hat sich immer geändert, aber das Bild war immer das gleiche. Nun gehe ich wieder schlafen und bin dankbar, dass ich gesund bin.

Foto: Anand Anders